Sarah ist 16 Jahre alt und besucht eine Handelsakademie in Graz. Im Fach Betriebswirtschaft hat sie an einem Börsenspiel teilgenommen, bei dem die Schülerinnen und Schüler mit virtuellem Geld Aktien kaufen und verkaufen konnten. Sarah hat 10.000 Euro Spielgeld in drei verschiedene Aktien investiert: eine österreichische Bank, ein deutsches Technologieunternehmen und einen amerikanischen Getränkekonzern.
Nach vier Wochen ist Sarahs Portfolio gemischt: Die Bankaktie hat 12 Prozent verloren, weil schlechte Quartalszahlen veröffentlicht wurden. Die Technologieaktie ist um 8 Prozent gestiegen, und der Getränkekonzern hat eine Dividende von 2 Prozent ausgeschüttet und ist insgesamt stabil geblieben. Sarah merkt, dass Investieren komplexer ist als gedacht – und dass es nicht reicht, einfach irgendeine Aktie zu kaufen.
Ihre Lehrerin erklärt der Klasse, dass viele Anlegerinnen und Anleger auf ETFs setzen, weil man damit nicht auf einzelne Unternehmen wetten muss, sondern automatisch in viele Unternehmen gleichzeitig investiert. Gleichzeitig betont sie, dass ETFs kein Allheilmittel sind: Auch breit gestreute ETFs verlieren in einer Marktkrise an Wert.
In den folgenden Aufgaben beschäftigst du dich gemeinsam mit Sarah mit verschiedenen Anlageformen, lernst den Unterschied zwischen Aktien und ETFs kennen und übst, das Risiko einer Investition einzuschätzen. Du erfährst auch, warum Diversifikation und ein langer Anlagehorizont helfen können, Kursschwankungen auszugleichen – und warum Schulen keine Anlageempfehlungen geben dürfen.
Quellen für dieses Szenario: Wiener Börse AG, ATX-Index – Zusammensetzung und Historie (2024) · Bundesministerium für Finanzen (BMF), Kapitalertragsteuer auf Wertpapiere, oesterreich.gv.at (2025) · Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA), Anlegerinformation und Risikohinweise (2025) · Österreichische Nationalbank (OeNB), Finanzbildung und Anlegerschutz (2024)
Fülle die Lücken mit den passenden Begriffen aus der Wortbank. Jedes Wort wird genau einmal verwendet.
Ordne den folgenden Begriffen die passenden Beschreibungen zu. Jede Beschreibung passt zu genau einem Begriff.
Beschreibungen:
Entscheide bei jeder Aussage, ob sie richtig oder falsch ist.
Ein ETF investiert automatisch in viele verschiedene Unternehmen und bietet dadurch eine breite Streuung.
Einzelne Aktien sind grundsätzlich sicherer als ETFs, weil man genau weiß, in welches Unternehmen man investiert.
Auch breit gestreute ETFs können kurzfristig an Wert verlieren, wenn die Märkte insgesamt fallen.
Diversifikation bedeutet, sein gesamtes Geld in die Aktie mit der besten Performance des letzten Jahres zu investieren.
In Österreich beträgt die Kapitalertragsteuer auf Aktien- und Fondsgewinne 27,5 Prozent.
Sarah diskutiert mit einer Mitschülerin, ob es sinnvoller ist, in einzelne Aktien oder in einen breit gestreuten ETF zu investieren. Sammle Argumente für und gegen jede Anlageform aus unterschiedlichen Perspektiven. Achtung: Dies ist keine Anlageempfehlung, sondern ein Strategievergleich.
Welche Vor- und Nachteile haben einzelne Aktien im Vergleich zu einem breit gestreuten ETF aus Sicht einer 16-jährigen Schülerin?
Beantworte die folgenden Fragen in eigenen Worten und mit Begründung. Notiere bei Rechenaufgaben deinen Rechenweg.
a) Im Börsenspiel hat Sarahs Bankaktie 12 Prozent verloren. Wenn Sarah in der Realität 200 Euro nur in diese Bankaktie investiert hätte, wie viel wäre ihre Investition jetzt wert? Berechne zusätzlich, was passiert wäre, wenn sie die 200 Euro gleichmäßig auf die drei Aktien verteilt hätte (Bank minus 12 Prozent, Tech plus 8 Prozent, Getränke plus 2 Prozent). Vergleiche die beiden Ergebnisse und erkläre, was du daraus über Diversifikation lernst.
b) Erkläre in eigenen Worten, warum ein langer Anlagehorizont beim Investieren in Aktien und ETFs wichtig ist. Verwende ein Beispiel, das zeigt, was passieren kann, wenn man in einer Marktkrise panisch verkauft.
c) Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen einem ETF und einer einzelnen Aktie in Bezug auf Risiko, Streuung und Kosten? Erstelle einen kurzen Vergleich in drei bis fünf Sätzen.
Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten als PDF herunterladen und abgeben.