Stellt euch folgendes hypothetisches Eskalationsszenario im Frühjahr 2026 vor: Die Spannungen zwischen den USA unter Donald Trump und dem Iran haben sich weiter zugespitzt. Es kommt zu militärischen Zwischenfällen am Persischen Golf, und der Iran droht mit einer Sperrung der Straße von Hormus, durch die rund 20 % des weltweit gehandelten Erdöls transportiert werden. Der Ölpreis steigt innerhalb weniger Tage um 25 %.
An den Tankstellen in Wien, Graz und Linz spüren die Menschen die Folgen unmittelbar: Der Diesel-Preis liegt erstmals seit 2022 wieder über 1,90 €. Heizöl ist um über 30 % teurer geworden, viele Familien fragen sich, wie sie den nächsten Winter bezahlen sollen.
Auch die heimische Industrie reagiert nervös. Energieintensive Unternehmen wie die Voestalpine warnen vor sinkender Wettbewerbsfähigkeit. Die Inflationsrate steigt wieder – die Europäische Zentralbank zögert mit weiteren Zinssenkungen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute korrigieren ihre Wachstumsprognosen nach unten.
Die Schülerinnen und Schüler einer 7. Klasse AHS sollen das Phänomen analysieren: Welche Wirkungsketten verbinden eine solche Eskalation mit den Spritpreisen vor der Schule? Welche wirtschaftlichen Akteure profitieren, wer verliert? Und wie können sich Konsumentinnen, Konsumenten und Regierungen schützen?
Quellen für dieses Szenario: U.S. Energy Information Administration, World Oil Transit Chokepoints (2024) · Europäische Zentralbank, Working Paper zu Energiepreisen und Inflation (2024) · Statistik Austria, Außenhandelsstatistik & Energiebilanzen (2024) · Hinweis: Eskalationsszenario hypothetisch — als didaktisches Modell formuliert
Ergänze den Text mit den passenden Begriffen aus der Wortbank. Achte auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge.
Beurteile die folgenden ökonomischen Aussagen und entscheide jeweils, ob sie richtig oder falsch sind.
Ein Anstieg des Rohölpreises wirkt sich nur auf die Spritpreise aus, nicht auf andere Branchen.
Wenn das Angebot an Erdöl sinkt und die Nachfrage gleich bleibt, steigt der Marktpreis.
Eine höhere Inflation führt in der Regel dazu, dass Sparende real Kaufkraft verlieren.
Die EU ist energiepolitisch unabhängig und nicht auf Erdöl-Importe angewiesen.
Die EZB kann mit Zinserhöhungen versuchen, eine importierte Inflation zu dämpfen, riskiert dabei aber das Wirtschaftswachstum.
Ordne den Akteuren in Österreich die wahrscheinlichste Auswirkung eines Iran-Konfliktes zu.
Beschreibungen:
Der Iran-Konflikt zeigt erneut, wie verletzlich Europa bei seiner Energieversorgung ist. Sammle Argumente für und gegen einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien und einer eigenständigen europäischen Energiepolitik.
Sollte die EU – auch um Konflikte wie den mit dem Iran weniger spüren zu müssen – ihre fossile Energieabhängigkeit konsequent durch einen radikalen Ausbau erneuerbarer Energien und eine eigene Energieunion beenden?
Beantworte die folgenden Fragen ausführlich und mit ökonomisch fundierten Argumenten.
a) Erkläre in eigenen Worten die Wirkungskette: Wie kann ein militärischer Konflikt am Persischen Golf zu höheren Heizkosten und steigender Inflation in Österreich führen? Verwende dabei die Begriffe Angebotsschock, Erwartungseffekt und Zweitrundeneffekt.
b) Diskutiere kritisch: Sind staatliche Hilfspakete (z. B. Tankgutscheine, Energiezuschüsse) das richtige Mittel, um Haushalte vor Energiepreis-Schocks zu schützen, oder gibt es bessere langfristige Alternativen? Begründe deine Position.
c) Welche persönlichen Konsequenzen ziehst du aus solchen geopolitischen Risiken für deine eigene Lebens- und Finanzplanung (Mobilität, Energieverbrauch, Sparen, Berufswahl)?
Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten als PDF herunterladen und abgeben.