Hinweis vorab: Das folgende Szenario ist hypothetisch. Es dient als didaktisches Modell, um die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Dimensionen eines globalen Handelskonflikts zu untersuchen. Konkrete Ereignisse, Datumsangaben, Indexstände, Stimmenverhältnisse und einzelne Zahlen sind erfunden bzw. an reale Größenordnungen angelehnt — als Tatsachen sollten sie nicht ungeprüft übernommen werden.
Stellt euch folgendes Eskalationsszenario vor: Die US-Regierung hat 2025 unter Berufung auf Notstandsregelungen breite Zölle erhoben — bis zu sehr hohen Sätzen auf chinesische Waren und mittleren Sätzen auf EU-Importe. Anfang 2026 erklärt der US-Supreme Court diese Notstandszölle in einem hypothetischen Urteil für rechtlich unzulässig. Die Regierung reagiert kurzfristig mit niedrigeren Zöllen auf einer anderen rechtlichen Grundlage (z. B. Section 122 des Trade Act 1974).
Nora studiert im ersten Semester Wirtschaftswissenschaften in Wien. In ihrem Kurs zu Internationaler Wirtschaftspolitik analysiert sie das Szenario als Fallstudie. In Modellrechnungen werden im Szenario folgende Größenordnungen diskutiert: deutlich gestiegene Goldpreise in einem 'sicheren Hafen', insgesamt positive, aber volatile Aktienindizes, Rückgänge in exportabhängigen Branchen und merklich gestiegene Verbraucherpreise — in welcher genauen Höhe diese Effekte auftreten würden, ist umstritten.
Die EU reagiert in dem Szenario mit gezielten Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Bourbon, Motorräder und Jeans. Nora interessiert sich besonders für die makroökonomischen Zusammenhänge: Wie wirken Zölle auf Inflation und Arbeitsmarkt, welche Branchen profitieren oder verlieren — und ist Protektionismus langfristig eine tragfähige Wirtschaftsstrategie?
Quellen für dieses Szenario: Hinweis: Szenario hypothetisch — als didaktisches Modell formuliert; konkrete Detailangaben sind erfunden oder an reale Größenordnungen angelehnt. · OECD, Economic Outlook und Trade Policy Working Papers (2023-2024) · IMF, World Economic Outlook — Kapitel zu Handelspolitik (2024) · Tax Foundation, Tariff Tracker (Stand 2025) — wirtschaftsliberal eingeordnete US-Denkfabrik; Methode beachten · Congressional Research Service, U.S. Tariff Policy: Overview (2024); WKO, USA-Länderprofil (2024)
Setze die passenden Fachbegriffe aus der Wortbank in die Lücken ein. Jeder Begriff wird genau einmal verwendet.
Ordne den Ereignissen aus dem hypothetischen Szenario die jeweils passende Beschreibung zu. Beachte: Datums- und Detailangaben innerhalb des Szenarios sind didaktisch, nicht historisch belegt.
Beschreibungen:
Beurteile die Aussagen auf Basis des Szenarios und gesicherter Erkenntnisse aus Wirtschaftsforschung.
Der Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 wird in der Mehrheitssicht der Wirtschaftshistoriker:innen als Negativbeispiel für Schutzzollpolitik bewertet.
Section 122 des Trade Act 1974 erlaubt dem US-Präsidenten, Zusatzzölle in beliebiger Höhe und unbefristet zu erheben.
Aktienmärkte können in Phasen handelspolitischer Spannungen positive Renditen erzielen, während gleichzeitig in einzelnen Branchen Beschäftigung verloren geht — beide Bewegungen sind grundsätzlich miteinander vereinbar.
Gold gilt traditionell als 'sicherer Hafen' und kann in Phasen geopolitischer Unsicherheit profitieren.
OECD und IMF kommen in ihren Analysen typischerweise zu dem Schluss, dass breite Zollerhöhungen das globale Wachstum eher dämpfen als fördern.
Wie soll die EU auf US-Zölle reagieren? Befürworter:innen einer harten Linie und Anhänger:innen einer Verhandlungsstrategie kommen zu unterschiedlichen Schlüssen. Sammle Argumente aus beiden Perspektiven.
Sollte die EU auf US-Zölle vorrangig mit harten Vergeltungszöllen reagieren — oder auf Verhandlungen, WTO-Verfahren und Deeskalation setzen?
Beantworte die folgenden Fragen ausführlich, mit Begründung und unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven.
a) Analysiere, wie es möglich sein kann, dass Aktienindizes wie der S&P 500 in einem Handelskonflikt insgesamt positive Renditen ausweisen, während gleichzeitig Beschäftigte in bestimmten Branchen unter den Zöllen leiden. Welche Position vertritt einen Teil der Wirtschaftswissenschaft, wenn sie sagt, der Aktienmarkt sei nur ein begrenzter Indikator für gesamtwirtschaftliches Wohlergehen — und welche Gegenargumente gibt es?
b) Vergleiche den Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 mit dem hypothetischen Trump-Zollpfad in unserem Szenario: Welche Parallelen, welche Unterschiede gibt es — und welche Lehren werden in der Wirtschaftsgeschichte regelmäßig daraus gezogen?
c) Entwickle zwei Szenarien für eine Entwicklung über zwölf Monate: ein optimistisches Szenario der Deeskalation und ein pessimistisches Szenario der weiteren Eskalation. Begründe jeweils, welche politischen und ökonomischen Faktoren das Szenario plausibel machen würden.
Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten als PDF herunterladen und abgeben.