Sozialversicherung – System und Leistungen (Mittel)

Mittel⏱ 30 Minuten

📖 Szenario

Markus ist 17 Jahre alt und hat vor Kurzem seinen ersten Ferialjob in einem Supermarkt begonnen. Als er seinen ersten Lohnzettel bekommt, stellt er fest, dass von seinem Bruttolohn von 1.500 Euro nur etwa 1.230 Euro auf seinem Konto landen. Er fragt seinen Vater, wo das restliche Geld geblieben ist.

Sein Vater erklärt, dass automatisch Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer abgezogen werden. Die Sozialversicherung umfasst Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung. Markus ist überrascht, dass sein Arbeitgeber zusätzlich Beiträge für ihn zahlt – ungefähr noch einmal die Höhe seines eigenen Anteils.

Seine Großmutter erzählt, dass sie jeden Monat eine Pension von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) erhält. Sie hat 40 Jahre lang gearbeitet und eingezahlt. Markus versteht: Die Beiträge, die heute abgezogen werden, finanzieren die Pensionen der heutigen Pensionierten – das ist das Umlageverfahren.

Markus möchte genauer verstehen, wie die Beiträge berechnet werden, welche Leistungen ihm zustehen, welche Sozialversicherungsträger es in Österreich gibt und wie sich das österreichische System vom rein kapitalgedeckten Modell unterscheidet.

Quellen für dieses Szenario: Dachverband der Sozialversicherungsträger, Beitragsrechtliche Werte 2026 · ÖGK, „Über uns – Aufgaben und Geschichte“ (2025) · Pensionsversicherungsanstalt PVA, Statistisches Handbuch (2024) · BMSGPK, Sozialschutz in Österreich (2025)

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Fachbegriffe der Sozialversicherung

Setze die passenden Fachbegriffe aus der Wortbank in die Lücken ein. Jeder Begriff wird genau einmal verwendet.

UmlageverfahrenDienstgeberanteilHöchstbeitragsgrundlageSelbstbehaltGenerationenvertrag
1. Beim ________ werden die aktuellen Beiträge der Erwerbstätigen direkt an die heutigen Pensionierten ausbezahlt.
2. Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich zum Arbeitnehmerbeitrag einen ________ in die Sozialversicherung ein – 2026 in Summe rund 21,23 Prozent des Bruttolohns.
3. Die ________ ist die Einkommensobergrenze, bis zu der Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden – 2026 rund 6.600 Euro pro Monat.
4. Bei manchen medizinischen Leistungen müssen Versicherte einen ________ leisten und damit einen Teil der Kosten selbst tragen.
5. Das österreichische Pensionssystem basiert auf einem ________: Die heute Erwerbstätigen finanzieren die heutigen Pensionen und vertrauen darauf, dass die nächste Generation dasselbe für sie tut.
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Leistungen den Versicherungszweigen zuordnen

Ordne die Leistungen dem jeweils richtigen Versicherungszweig zu. Achtung: Manche Versicherungszweige decken mehrere Leistungen ab, und eine Beschreibung passt zu keiner der Leistungen.

Beschreibungen:

a) Krankenversicherung (z. B. ÖGK) – übernimmt einen Großteil der Kosten zahnmedizinischer Behandlungen und das Wochengeld vor und nach der Geburt.
b) Unfallversicherung (AUVA) – deckt Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Wegunfälle ab.
c) Pflegeversicherung – existiert in Österreich nicht als eigener Sozialversicherungszweig (Distraktor).
d) Arbeitslosenversicherung – finanziert Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Umschulungen über das AMS.
e) Pensionsversicherung (PVA) – zahlt monatliche Pensionsleistungen aus dem Umlageverfahren.
1.Übernahme einer Zahnbehandlung
2.Monatliche Pension nach Erreichen des Pensionsalters
3.Finanzierung einer AMS-Umschulung nach Jobverlust
4.Behandlung nach einem Arbeitsunfall
5.Wochengeld bei Geburt eines Kindes
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Richtig oder falsch?

Entscheide, ob die folgenden Aussagen über das österreichische Sozialversicherungssystem richtig oder falsch sind.

Beim Umlageverfahren spart jede:r Arbeitnehmer:in die eigene Pension individuell an.

Die Höchstbeitragsgrundlage bedeutet, dass ab einer bestimmten Einkommenshöhe keine zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge mehr anfallen – 2026 in Österreich rund 6.600 Euro pro Monat.

Geringfügig Beschäftigte unter der Grenze von rund 556 Euro pro Monat (2026) sind in Österreich automatisch voll sozialversichert.

Die Unfallversicherung in Österreich gilt auch für den direkten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz (Wegunfall).

Arbeitslosengeld erhält man in Österreich unbegrenzt lange, solange man keinen neuen Job findet.

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Pro und Contra: Umlageverfahren

In Österreich werden die gesetzlichen Pensionen über das Umlageverfahren finanziert. Sammle Argumente für und gegen dieses System aus unterschiedlichen Perspektiven (Solidarität vs. Eigenverantwortung).

Ist das Umlageverfahren ein gerechtes und zukunftsfähiges System zur Finanzierung der Pensionen, oder sollte ein größerer Teil über Kapitaldeckung organisiert werden?

👍 Pro

👎 Contra

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Analyse und Reflexion

Beantworte die folgenden Fragen ausführlich und in eigenen Worten. Verwende vollständige Sätze.

a) Erkläre den Unterschied zwischen dem Umlageverfahren und dem Kapitaldeckungsverfahren. Nenne jeweils mindestens zwei Vor- und zwei Nachteile.

b) Markus verdient brutto 1.500 Euro. Berechne, wie hoch ungefähr sein Dienstnehmer-Anteil zur Sozialversicherung ist (rund 18,12 Prozent). Was zahlt sein Arbeitgeber zusätzlich (rund 21,23 Prozent)? Wie hoch sind beide Beiträge zusammen?

c) Die Bevölkerung in Österreich wird immer älter. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für das Umlageverfahren? Skizziere zwei mögliche Lösungsansätze und nenne zu jedem ein Argument dafür und ein Argument dagegen.

Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten als PDF herunterladen und abgeben.