Sophie ist 17 Jahre alt und besucht ein Gymnasium in Wien. Im Rahmen eines VWA-Vorbereitungskurses (Vorwissenschaftliche Arbeit) beschäftigt sie sich mit dem Thema „Zukunft des österreichischen Pensionssystems“. Sie liest, dass Österreich zu den EU-Ländern mit den höchsten Pensionsausgaben gehört und dass Fachleute seit Jahren vor einer Finanzierungslücke warnen.
Sophie recherchiert die demografischen Daten: 1970 kamen in Österreich etwa sechs Erwerbstätige auf eine Person in Pension. Heute sind es nur noch rund drei. Prognosen zeigen, dass es bis 2050 nur noch zwei sein dürften. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung – wer heute geboren wird, hat gute Chancen, über 90 Jahre alt zu werden. Sophie versteht: Das Umlageverfahren steht vor enormen Herausforderungen.
In einer Podiumsdiskussion an der Schule hört Sophie verschiedene Positionen: Ein Wirtschaftsprofessor fordert eine Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 67. Eine Gewerkschafterin warnt davor, dass nicht alle Berufe bis 67 ausübbar sind. Ein FinTech-Gründer plädiert für ein kapitalgedecktes Zusatzsystem. Eine Soziologin betont, dass Pensionsreformen auch eine Frage der Generationengerechtigkeit sind.
In den folgenden Aufgaben analysierst du gemeinsam mit Sophie die demografischen Herausforderungen des Pensionssystems, vergleichst Reformvorschläge und bewertest, wie eine faire und nachhaltige Altersvorsorge aussehen könnte.
Quellen für dieses Szenario: Statistik Austria, Bevölkerungsprognose 2024 · Europäische Kommission, Ageing Report 2024 · BMSGPK, Pensionsbericht 2024 · WIFO, Forschungsbericht zu Pensionsreformen (2024)
Setze die passenden Begriffe aus der Wortbank in die Lücken ein. Jeder Begriff wird genau einmal verwendet.
Ordne den Begriffen die jeweils passende Beschreibung zu.
Beschreibungen:
Beurteile, ob die folgenden Aussagen zum österreichischen Pensionssystem richtig oder falsch sind.
Im Jahr 2026 beträgt das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Männer 65 Jahre, für Frauen 60,5 Jahre – die Anhebung des Frauenpensionsalters läuft schrittweise bis 2033.
Die Pensionshöhe in Österreich richtet sich seit der Pensionsharmonisierung 2005 nach den besten 15 Erwerbsjahren.
Wer länger arbeitet als bis zum Regelpensionsalter, erhält in Österreich einen Aufschub-Bonus von 4,2 Prozent pro Jahr auf die Pension.
Auf dem Pensionskonto wird über FinanzOnline laufend die voraussichtliche Bruttopension berechnet und dargestellt.
Österreich gibt mit rund 14 Prozent seines BIP einen der höchsten Anteile in der EU für Pensionen aus.
Sophie diskutiert mit ihrer Klasse den Vorschlag, das gesetzliche Pensionsantrittsalter in Österreich von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Sammle jeweils mindestens drei Argumente aus unterschiedlichen Perspektiven.
Sollte das gesetzliche Pensionsantrittsalter in Österreich von 65 auf 67 Jahre angehoben werden?
Beantworte die folgenden Fragen ausführlich und in eigenen Worten. Verwende vollständige Sätze und begründe deine Antworten.
a) Analysiere die demografische Herausforderung: 1970 kamen rund 6 Erwerbstätige auf 1 Person in Pension, heute sind es 3, und 2050 werden es laut Prognosen nur noch 2 sein. Erkläre, warum dieses Verhältnis das Umlageverfahren unter Druck setzt und was das für Beitragshöhe, Pensionshöhe und Pensionsantrittsalter bedeuten kann.
b) Vergleiche das Umlageverfahren mit dem Kapitaldeckungsverfahren: Welche Vorteile und Risiken hat jedes System? Welches System hältst du für Österreich zukunftsfähiger – oder welche Mischform – und warum? Berücksichtige beide Hauptpositionen aus der Reformdebatte.
c) Entwirf einen eigenen Reformvorschlag für das österreichische Pensionssystem. Berücksichtige die demografische Entwicklung, die Generationengerechtigkeit und die besondere Situation von Menschen in körperlich belastenden Berufen.
Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten als PDF herunterladen und abgeben.