Digitales Bezahlen — Kryptowährungen, FinTech und die Zukunft des Geldes (Anspruchsvoll)

Anspruchsvoll⏱ 30 Minuten

📖 Szenario

Maximilian ist 17 Jahre alt, besucht ein Gymnasium in Wien und ist technikbegeistert. Seit seinem 16. Geburtstag hat er mit Erlaubnis seiner Eltern ein Konto bei einer Krypto-Börse und besitzt einen kleinen Betrag in Bitcoin und Ethereum. Er verfolgt die Kurse täglich und hat erlebt, wie sein Portfolio innerhalb einer Woche um 20 Prozent gestiegen und dann wieder um 15 Prozent gefallen ist.

In der Schule hält Maximilian ein Referat über Kryptowährungen. Er erklärt seinen Mitschülerinnen und Mitschülern, dass Bitcoin auf der Blockchain-Technologie basiert — einem dezentralen, manipulationssicheren digitalen Buchungssystem. Einige sind fasziniert, andere skeptisch. Seine Wirtschaftslehrerin ergänzt, dass Kryptowährungen zwar innovativ sind, aber erhebliche Risiken bergen: extreme Volatilität, hoher Energieverbrauch beim Mining, fehlende Regulierung in Teilen der Branche und die Nutzung für illegale Zwecke.

Die Lehrerin stellt auch neue Entwicklungen vor: FinTech-Unternehmen wie Revolut, N26 oder Klarna verändern die Bankenwelt; die EZB plant den digitalen Euro; und in einigen Ländern experimentieren Zentralbanken bereits mit CBDCs (Central Bank Digital Currencies). Sie weist darauf hin, dass es weltweit über 38.000 Bitcoin-Automaten gibt — auch in Österreich — an denen man Bargeld in Bitcoin tauschen kann; die Gebühren liegen jedoch oft deutlich über jenen von Online-Börsen.

Maximilian fragt sich: Wird es in 20 Jahren noch Bargeld geben? Welche Rolle werden Kryptowährungen, der digitale Euro und FinTechs dann spielen? In den folgenden Aufgaben analysierst du gemeinsam mit Maximilian die Welt der Kryptowährungen und FinTech-Innovationen, bewertest Chancen und Risiken und entwickelst eine eigene Einschätzung zur Zukunft des Bezahlens.

Quellen für dieses Szenario: Europäische Zentralbank: Digital Euro Project, ecb.europa.eu (Stand 2023–2025) · Österreichische Nationalbank (OeNB): Kryptowährungen — Begriffe, Risiken, Aufsicht, oenb.at · Coin ATM Radar: Global Bitcoin ATM Statistics, coinatmradar.com, 2024 · CoinMarketCap: Bitcoin-Kurshistorie 2022, coinmarketcap.com

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Lückentext zu Kryptowährungen und FinTech

Fülle die Lücken mit den passenden Begriffen aus der Wortbank. Jedes Wort wird genau einmal eingesetzt.

dezentralFinTechKryptowährungBlockchaindigitaler Euro
1. Als ________ bezeichnet man digitale Währungen, die auf kryptographischen Verfahren basieren und ohne zentrale Bank funktionieren — zum Beispiel Bitcoin oder Ethereum.
2. Eine ________ ist ein digitales Buchungssystem, bei dem alle Transaktionen in verketteten Datenblöcken gespeichert werden und nachträglich nicht verändert werden können.
3. Kryptowährungen funktionieren ________, das heißt, es gibt keine zentrale Institution wie eine Bank oder einen Staat, die sie kontrolliert.
4. Als geplantes digitales Zahlungsmittel der Europäischen Zentralbank soll der ________ das Bargeld ergänzen — anders als Kryptowährungen wäre er staatlich garantiert.
5. ________ ist ein Sammelbegriff für Unternehmen, die mit digitaler Technologie traditionelle Finanzdienstleistungen verändern — zum Beispiel durch mobile Banking-Apps oder digitale Bezahldienste.
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Kryptowährungen und digitale Zahlungssysteme zuordnen

Ordne den folgenden fünf Begriffen die jeweils passende Beschreibung zu.

Beschreibungen:

a) Die erste und bekannteste Kryptowährung, die 2009 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eingeführt wurde.
b) Ein physisches Gerät, an dem Bargeld gegen Bitcoin getauscht werden kann; weltweit gibt es davon über 38.000, auch in Österreich.
c) Eine Kryptowährung, deren Wert an eine stabile Bezugsgröße gekoppelt ist, zum Beispiel an den US-Dollar oder den Euro.
d) Eine von einer Zentralbank ausgegebene digitale Währung, die den gleichen Wert wie die traditionelle Währung hat und staatlich garantiert ist.
e) Ein dezentrales, digitales Buchungssystem, das alle Transaktionen unveränderbar und transparent speichert.
1.Bitcoin
2.Blockchain
3.Digitaler Euro (CBDC)
4.Stablecoin
5.Bitcoin-Automat
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Richtig oder falsch zu digitalem Geld

Entscheide bei jeder Aussage, ob sie richtig oder falsch ist.

Bitcoin-Automaten sind physische Geräte, die in Österreich und vielen anderen Ländern existieren und an denen Bargeld in Bitcoin getauscht werden kann.

Eine Blockchain ist ein zentrales Buchungssystem, das ausschließlich von einer einzigen Bank kontrolliert wird.

Der digitale Euro der EZB wäre staatlich garantiert und im Wert an den Euro gekoppelt.

Auf jede Kryptowährungs-Transaktion in Österreich wird automatisch eine Sondersteuer von 25 Prozent erhoben.

Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an eine stabile Bezugsgröße wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt ist.

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Pro und Contra: Kryptowährungen als Zahlungsmittel

Maximilian diskutiert in der Klasse, ob Kryptowährungen das Potenzial haben, herkömmliches Geld zu ersetzen. Sammle jeweils mindestens drei Argumente — beachte technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte.

Können Kryptowährungen wie Bitcoin langfristig herkömmliches Geld als alltägliches Zahlungsmittel ersetzen?

👍 Pro

👎 Contra

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Offene Fragen zu Kryptowährungen und der Zukunft des Bezahlens

Beantworte die folgenden Fragen in eigenen Worten und mit Begründung.

a) Erkläre die Grundidee der Blockchain-Technologie in einfachen Worten. Verwende eine Analogie aus dem Alltag, um zu veranschaulichen, warum die Blockchain als manipulationssicher gilt.

b) Vergleiche den geplanten digitalen Euro der EZB mit Bitcoin: Was haben sie gemeinsam, und worin unterscheiden sie sich grundlegend? Bewerte, welches System für den Alltag praktikabler wäre.

c) Ein Klassenkamerad von Maximilian hat sein gesamtes Erspartes von 800 Euro in eine neue, unbekannte Kryptowährung investiert, weil ein Influencer auf Social Media dafür geworben hat. Analysiere diese Entscheidung kritisch und beschreibe, welche Risiken bestehen.

Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten als PDF herunterladen und abgeben.