Julia ist 16 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern in Salzburg. Ihre Eltern überlegen, ein Haus zu kaufen, und sprechen beim Abendessen oft über Kreditangebote verschiedener Banken. Julia hört Begriffe wie Sollzins, effektiver Jahreszins, Laufzeit und Tilgung — und versteht zunächst kaum etwas davon.
Eines Abends zeigt ihr Vater ihr zwei Kreditangebote der Bank: Angebot A hat einen niedrigeren Zinssatz, dafür aber eine längere Laufzeit. Angebot B hat einen höheren Zinssatz, dafür ist man schneller schuldenfrei. Julia wundert sich darüber, dass der Kredit mit dem niedrigeren Zinssatz am Ende sogar teurer sein kann, weil über die längere Laufzeit insgesamt mehr Zinsen anfallen.
In der Schule lernt Julia im Wirtschaftsunterricht verschiedene Kreditarten kennen: Konsumkredite für Alltagsanschaffungen, Wohnbaukredite für Häuser und Wohnungen sowie den Dispokredit (Kontoüberziehung) auf dem Girokonto. Ihre Lehrerin betont, dass man Kreditangebote sorgfältig vergleichen sollte und dass der effektive Jahreszins der beste Vergleichswert ist — er enthält neben dem Sollzins auch alle Nebenkosten.
In den folgenden Aufgaben lernst du gemeinsam mit Julia verschiedene Kreditarten kennen, vergleichst Kreditangebote und berechnest, was ein Kredit insgesamt kostet. Du wirst sehen, dass nicht automatisch der niedrigste Zinssatz das beste Angebot ist.
Quellen für dieses Szenario: Oesterreichische Nationalbank (OeNB), Statistik Wohnbaufinanzierungen (oenb.at, 2024) · Arbeiterkammer Österreich (AK), Marktcheck Konto- und Überziehungszinsen (arbeiterkammer.at, 2024) · Verbraucherkreditgesetz (VKrG), BGBl. I Nr. 28/2010 i.d.g.F. (RIS) · Verein für Konsumenteninformation (VKI), Ratgeber Kreditvergleich (konsument.at, 2024)
Vervollständige die Sätze mit den passenden Begriffen aus der Wortbank. Jedes Wort wird genau einmal eingesetzt.
Entscheide bei jeder Aussage, ob sie richtig oder falsch ist.
Der effektive Jahreszins ist in der Regel höher als der reine Sollzins, weil er Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren mitberücksichtigt.
Bei einem Annuitätenkredit mit längerer Laufzeit zahlt man insgesamt meist mehr Zinsen, auch wenn die einzelne Rate niedriger ist.
Ein Dispokredit auf dem Girokonto hat in Österreich normalerweise niedrigere Zinsen als ein Wohnbaukredit.
Eine Annuitätenrate setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der Tilgung und den Zinsen.
Jeder Ratenkauf in Österreich ist gesetzlich automatisch zinsfrei und ohne Zusatzkosten.
Ordne den fünf Begriffen die jeweils passende Beschreibung zu.
Beschreibungen:
Julias ältere Schwester überlegt, ob sie für ein gebrauchtes Auto einen Konsumkredit aufnehmen oder noch ein Jahr sparen soll. Sammle Argumente für und gegen den Kredit — beachte unterschiedliche Perspektiven (Schwester, Familie, Bank).
Soll Julias Schwester jetzt einen Konsumkredit für ein gebrauchtes Auto aufnehmen oder lieber noch ein Jahr sparen, um das Auto bar zu bezahlen?
Beantworte die folgenden Fragen in eigenen Worten und mit Begründung.
a) Julias Eltern vergleichen zwei vereinfachte Kreditangebote für ein Haus: Kredit A: 200.000 Euro, 2 Prozent Sollzins, 30 Jahre Laufzeit. Kredit B: 200.000 Euro, 3 Prozent Sollzins, 20 Jahre Laufzeit. Berechne überschlägig die Gesamtzinsen mit der vereinfachten Formel Kreditsumme x Sollzinssatz x Laufzeit (lineare Näherung). Vergleiche die Ergebnisse und erkläre, warum diese Formel die tatsächlichen Zinsen bei einem Annuitätenkredit überschätzt — und welcher Kredit in der Praxis (Annuitätenkredit) günstiger ist.
b) Erkläre, warum der Dispokredit zu den teuersten Kreditarten in Österreich gehört. In welchen Situationen kann es trotzdem sinnvoll sein, ihn kurzfristig zu nutzen?
c) Was sollte man beachten, bevor man einen Kredit aufnimmt? Nenne mindestens vier Fragen, die man sich davor stellen sollte, und erkläre kurz, warum jede Frage wichtig ist.
Wenn du fertig bist, kannst du deine Antworten als PDF herunterladen und abgeben.